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Google Ads für Handwerker: Was Werbung bei Google kostet und wann sie sich lohnt

Von Jannis Bethke-Pittadakis · Stand · 10 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

Bei Google Ads zahlen Sie in der Regel pro Klick auf Ihre Anzeige, den Betrag legen Sie über Ihr Tagesbudget und Ihre Gebote selbst fest. An einzelnen Tagen darf Google bis zum Doppelten des Tagesbudgets ausgeben, im Monat aber nicht mehr als das 30,4-Fache. Ob sich die Google-Ads-Kosten lohnen, zeigen nicht die Klickpreise, sondern die Kosten pro Anfrage und pro gewonnenem Auftrag.

Wie Google Ads funktioniert

Wer bei Google nach „Elektriker Notdienst Bochum“ oder „Dach neu decken Kosten“ sucht, sieht häufig zuerst einige als gesponsert gekennzeichnete Treffer. Dabei handelt es sich um Anzeigen aus Google Ads, dem Werbesystem von Google. Darunter folgen der Kartenbereich mit den Unternehmensprofilen und die unbezahlten Suchergebnisse.

Für Handwerksbetriebe ist vor allem die Werbung im Suchnetzwerk interessant. Das Prinzip ist einfach: Sie legen fest, bei welchen Suchbegriffen Ihre Anzeige erscheinen soll. Diese Begriffe heißen Keywords. Gibt jemand einen passenden Begriff ein, entscheidet eine Auktion darüber, welche Anzeigen erscheinen und in welcher Reihenfolge.

Diese Auktion wird bei jeder Suche neu durchgeführt. Laut Google Ads-Hilfe hängt der Anzeigenrang unter anderem vom Gebot, der Qualität der Anzeige, dem Kontext der Suchanfrage und den erwarteten Auswirkungen zusätzlicher Anzeigeninhalte wie einer Telefonnummer ab. Das höchste Gebot allein entscheidet also nicht über die Platzierung. Google erklärt ausdrücklich, dass Sie mit relevanten Keywords und passenden Anzeigen auch gegenüber Mitbewerbern mit höheren Geboten eine bessere Position zu einem niedrigeren Preis erreichen können.

Für Sie als Betriebsinhaber bedeutet das: Eine Anzeige, die genau zur Suchanfrage passt und auf eine passende Seite führt, kann pro Klick günstiger sein als eine allgemeine Anzeige, die sämtliche Leistungen abdecken soll. Wie Sie bei Google auch ohne Werbung sichtbar werden, erfahren Sie im Ratgeber Google-Ranking verbessern.

Was Werbung bei Google kostet

Bei Suchanzeigen zahlen Sie in der Regel pro Klick. Dafür steht der Begriff Cost-per-Click (CPC). In der Auktion legen Sie ein Höchstgebot fest, den maximalen CPC. Berechnet wird Ihnen der tatsächliche CPC. Laut Google richtet sich dieser nach dem Betrag, der erforderlich ist, um die Mindestschwelle für Ihre Anzeige zu erreichen und den Werbetreibenden direkt unter Ihnen zu überbieten. Der tatsächliche CPC liegt häufig unter dem maximalen CPC. Bei automatischen Gebotsstrategien oder Gebotsanpassungen kann er jedoch auch darüber liegen.

Wie hoch der Klickpreis in Ihrem Gewerk und Ihrer Region ausfällt, lässt sich nicht pauschal sagen. Er hängt unter anderem davon ab, wie viele Betriebe auf dieselben Suchbegriffe bieten, wie gut Ihre Anzeige zur Suche passt und wie groß die Nachfrage ist. Eine erste Orientierung für Ihre Region bietet der Keyword-Planer in Google Ads. Er zeigt Schätzungen zum monatlichen Suchvolumen und zu den Kosten einzelner Keywords. Diese Angaben sind Richtwerte, keine verbindlichen Preise. Ihre tatsächlichen Google-Ads-Kosten hängen letztlich auch von zwei Faktoren ab, die Sie selbst steuern können: Ihrem Budget und den Suchbegriffen, auf die Sie bieten.

Tagesbudget und Monatsgrenze

Ihre Ausgaben steuern Sie über das durchschnittliche Tagesbudget der jeweiligen Kampagne. Entscheidend ist das Wort „durchschnittlich“. Laut Google Ads-Hilfe darf eine Kampagne an einem einzelnen Tag bis zum Doppelten dieses Budgets ausgeben, weil die Zahl der Suchanfragen von Tag zu Tag schwankt. Google bezeichnet das als Mehrauslieferung. Für den Monat gilt jedoch eine feste Obergrenze: Sie zahlen nicht mehr als das 30,4-Fache Ihres durchschnittlichen Tagesbudgets.

Ein Beispiel: Bei einem Tagesbudget von 20 Euro können die Ausgaben an einem einzelnen Tag bis zu 40 Euro betragen. Für den Monat liegt die Grenze bei 608 Euro (20 × 30,4). Wenn Sie ein bestimmtes Monatsbudget einhalten möchten, teilen Sie es laut Google durch 30,4. Daraus ergibt sich das passende durchschnittliche Tagesbudget.

Laut Google können Sie Ihr Budget jederzeit und beliebig oft anpassen. Sie sind also nicht an eine feste Laufzeit gebunden. Das unterscheidet Google Ads von vielen Portal-Abos.

Für zeitlich begrenzte Aktionen bietet Google seit Januar 2026 in einer offenen Betaversion außerdem ein Gesamtbudget für Such-, Performance-Max- und Shopping-Kampagnen an. Dabei legen Sie einen festen Betrag für einen Zeitraum von einigen Tagen bis zu einigen Wochen fest, statt eines Tagesbudgets. Weil es sich um eine Betaversion handelt, steht die Option möglicherweise nicht in jedem Konto zur Verfügung.

Rechenbeispiel: Kosten pro Anfrage und pro Auftrag

Ob sich Werbung für Handwerker lohnt, erkennen Sie nicht am Klickpreis allein, sondern daran, was aus den Klicks entsteht. Die folgende Rechnung ist ein frei gewähltes Beispiel, das den Rechenweg veranschaulicht. Die Werte sind keine Marktdaten. Sobald Ihnen eigene Zahlen vorliegen, sollten Sie diese einsetzen.

Schritt Annahme im Beispiel Ergebnis
Monatsbudget 600 Euro
Klickpreis im Durchschnitt 3 Euro 200 Klicks
Anteil der Klicks mit Anruf oder Anfrage 6 Prozent 12 Anfragen
Kosten pro Anfrage 600 Euro ÷ 12 50 Euro
Anteil der Anfragen, die zum Auftrag werden 25 Prozent 3 Aufträge
Werbekosten pro Auftrag 600 Euro ÷ 3 200 Euro

Ob 200 Euro Werbekosten pro Auftrag viel oder wenig sind, hängt vom Auftragswert und Ihrer Marge ab. Bei einer Badsanierung fällt der Betrag anders ins Gewicht als bei einer kleinen Reparatur. Berücksichtigen Sie außerdem die Zeit für Rückrufe, Besichtigungen und Angebote. Wie Sie Ihren Stundensatz nachvollziehbar kalkulieren, erfahren Sie im Ratgeber Stundenverrechnungssatz berechnen.

Die beiden Prozentwerte in der Mitte der Rechnung sind entscheidender als der Klickpreis allein. Wenn statt 6 nur 2 Prozent der Besucher über Ihre Zielseite eine Anfrage stellen, verdreifachen sich die Kosten pro Anfrage. Genau hier setzen die folgenden Abschnitte an.

Kampagne einrichten: die wichtigsten Einstellungen

Viele Werbebudgets werden nicht durch hohe Klickpreise aufgebraucht, sondern durch Grundeinstellungen, die nicht zum Betrieb passen. Für eine erste Suchkampagne haben sich folgende Schritte bewährt:

  1. Kampagnenziel und Typ festlegen. Wenn Sie Anfragen über die Suche gewinnen möchten, wählen Sie eine Kampagne im Suchnetzwerk. Prüfen Sie auch die Netzwerkeinstellungen: Laut Google werden Anzeigen bei neuen Kampagnen standardmäßig im gesamten Werbenetzwerk geschaltet, also auch auf Partner-Websites und im Displaynetzwerk. Für den Einstieg ist es meist übersichtlicher, zunächst nur die Google-Suche zu nutzen.
  2. Standort eingrenzen. Legen Sie Ihr Einsatzgebiet als Region oder als Umkreis um einen Standort fest. Wählen Sie die Option „Präsenz“, damit Ihre Anzeige auf Menschen ausgerichtet ist, die sich tatsächlich in der Region befinden. Die Einstellung „Präsenz oder Interesse“ berücksichtigt laut Google auch Nutzer, die sich lediglich für die Region interessieren. Dazu kann beispielsweise jemand in Hamburg gehören, der nach „Maler München“ sucht.
  3. Werbezeiten anpassen. Wenn Anrufe ein wichtiger Kontaktweg sind, schalten Sie die Anzeigen bevorzugt zu den Zeiten, in denen jemand ans Telefon gehen kann. Wichtig: Eine Werbezeitplanung senkt Ihre Monatskosten nicht automatisch. Laut Google Ads-Hilfe gilt auch mit Werbezeitplan ein monatliches Ausgabenziel des 30,4-Fachen Ihres durchschnittlichen Tagesbudgets, unabhängig davon, an wie vielen Tagen die Kampagne aktiv ist. Wer weniger ausgeben will, senkt das Tagesbudget.
  4. Wenige, klar abgegrenzte Anzeigengruppen anlegen. Erstellen Sie eine Gruppe pro Leistung, beispielsweise „Fassadenanstrich“ und „Innenanstrich“. Jede Gruppe erhält eigene Keywords und eine passende Zielseite.
  5. Mit einem überschaubaren Budget starten. Wählen Sie einen Betrag, den Sie im ungünstigsten Fall als Lehrgeld akzeptieren können. Erhöhen Sie das Budget erst, wenn Sie nachweislich Anfragen erhalten.

Die richtigen Suchbegriffe wählen

Nicht jeder Suchbegriff eignet sich für eine Anzeige. Entscheidend ist, was jemand mit seiner Suche erreichen möchte.

Suchbegriffe mit Auftragsabsicht enthalten häufig eine konkrete Leistung und einen Ort oder weisen auf Dringlichkeit hin. Beispiele sind „Heizung Wartung Dortmund“, „Dachdecker Sturmschaden“ oder „Elektriker in der Nähe“. Wer solche Begriffe eingibt, sucht in der Regel einen Betrieb, den er beauftragen kann.

Suchbegriffe mit Informationsabsicht beziehen sich dagegen auf Fragen oder Anleitungen, beispielsweise „Steckdose selbst anschließen“ oder „Wandfarbe Unterschied Dispersion Silikat“. Hier möchte jemand etwas erfahren oder eine Arbeit selbst erledigen. Solche Klicks verursachen Kosten, führen aber selten zu einem Auftrag. Diese Themen eignen sich eher für Ratgeber auf Ihrer Website.

Keyword-Optionen

Google Ads bietet drei Keyword-Optionen. Standardmäßig ist „Weitgehend passend“ eingestellt. Dadurch kann Ihre Anzeige auch bei Suchanfragen erscheinen, die thematisch mit Ihrem Keyword zusammenhängen. Mit „Passende Wortgruppe“ (Keyword in Anführungszeichen) und „Genau passend“ (Keyword in eckigen Klammern) können Sie die Ausspielung stärker eingrenzen. Gerade bei einem kleinen Budget lässt sich eine engere Auswahl meist leichter kontrollieren.

Auszuschließende Keywords

Über auszuschließenden Keywords legen Sie fest, bei welchen Suchanfragen Ihre Anzeige nicht erscheinen soll. Typische Beispiele im Handwerk sind „Ausbildung“, „Gehalt“, „Job“, „selber machen“, „Anleitung“ oder „gebraucht“. Beachten Sie dabei einen wichtigen Hinweis von Google: Für auszuschließende Keywords werden keine Übereinstimmungen mit ähnlichen Varianten erkannt. Schreibweisen wie Singular und Plural sowie Synonyme müssen Sie daher bei Bedarf selbst ergänzen.

Welche Suchanfragen Ihre Anzeigen tatsächlich ausgelöst haben, sehen Sie im Bericht zu Suchbegriffen. Prüfen Sie diesen Bericht in den ersten Wochen regelmäßig und nehmen Sie unpassende Begriffe in die Ausschlussliste auf. So vermeiden Sie, dass ein Teil Ihres Budgets für Suchanfragen ausgegeben wird, die kaum zu einem Auftrag führen können.

Anrufe, Anfragen und Messung

Viele Kunden im Handwerk greifen lieber zum Telefon, als ein Formular auszufüllen. Mit Anruf-Assets können Sie Ihre Telefonnummer direkt in der Anzeige anzeigen lassen. Auf dem Handy erscheint dann eine Schaltfläche zum Anrufen. Ein Klick darauf kostet laut Google genauso viel wie Anzeigentitel-Klicks. Über die erweiterten Optionen legen Sie fest, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten Ihre Telefonnummer eingeblendet wird. So vermeiden Sie möglichst, dass Kunden anrufen, wenn niemand erreichbar ist.

Damit Sie beurteilen können, was Ihre Werbung tatsächlich bringt, sollten Sie Anrufe und Anfragen als Conversions erfassen. Eine Conversion ist eine Handlung, die für Ihren Betrieb relevant ist, beispielsweise ein Anruf über die Anzeige oder das Absenden eines Anfrageformulars. Ohne diese Messung sehen Sie zwar Klicks und Kosten, aber nicht, welche Suchbegriffe tatsächlich zu Anfragen führen.

Einwilligung und Einwilligungsmodus

Für die Messung auf Ihrer Website verwendet Google in der Regel Cookies oder vergleichbare Techniken. Nach § 25 Abs. 1 TDDDG (Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz) ist das Speichern von Informationen auf dem Gerät eines Nutzers und der Zugriff darauf grundsätzlich nur mit Einwilligung zulässig. Für das Conversion-Tracking von Google Ads benötigen Sie deshalb die Einwilligung Ihrer Besucher. Üblicherweise wird sie über ein Cookie-Banner eingeholt, bevor das Tracking beginnt.

Der Einwilligungsmodus von Google übermittelt den Einwilligungsstatus Ihrer Besucher an Google und passt das Verhalten der Tags daran an. Lehnt ein Besucher die Einwilligung ab, kann Google fehlende Conversions unter bestimmten Voraussetzungen mithilfe einer Modellierung schätzen. Die Messwerte werden dadurch ungenauer, bleiben aber unter Umständen weiterhin aussagekräftig. Auch in Ihrer Datenschutzerklärung muss das Tracking beschrieben sein. Lassen Sie die Einrichtung des Cookie-Banners und die Datenschutzerklärung im Zweifel von einer Anwältin, einem Anwalt oder Ihrer Handwerkskammer prüfen. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.

Zielseite statt Startseite

Wenn Klicks keine Anfragen bringen, liegt das Problem häufig nicht an der Anzeige, sondern an der Seite, auf der Besucher landen. Wer nach „Fassadenanstrich Kosten Münster“ sucht und auf einer allgemeinen Startseite landet, muss erst herausfinden, ob der Betrieb überhaupt Fassaden streicht. Viele kehren dann zur Suche zurück und klicken auf eine andere Anzeige.

Eine gute Zielseite für eine Anzeige enthält:

  • Die gesuchte Leistung als Überschrift, beispielsweise „Fassadenanstrich in Münster und Umgebung“.
  • Das Einsatzgebiet, damit Besucher sofort erkennen, ob Sie bei ihnen tätig sind.
  • Fotos eigener Arbeiten und einige echte Bewertungen.
  • Einen klaren nächsten Schritt: eine Telefonnummer als Schaltfläche auf dem Handy und ein kurzes Anfrageformular mit wenigen Feldern.
  • Eine kurze Ladezeit, besonders auf dem Handy, über das viele lokale Suchanfragen erfolgen.

Welche Inhalte eine Handwerker-Website insgesamt benötigt, erfahren Sie im Ratgeber Website für Handwerker. Für Anzeigen gilt: Eine übersichtliche Leistungsseite, die genau zur Suchanfrage passt, ist meist sinnvoller als eine aufwendige Startseite, auf der sämtliche Leistungen untergebracht sind.

Google Ads für Handwerker ist eine von mehreren Möglichkeiten, neue Anfragen zu gewinnen. Die folgende Übersicht zeigt, worin sich die wichtigsten Wege unterscheiden.

Google Ads SEO und Google-Unternehmensprofil Handwerkerportale
Abrechnung pro Klick, Budget selbst festgelegt keine Gebühr pro Klick oder Anfrage, Aufwand für Inhalte und Pflege je nach Anbieter Abo, Gebühr pro Kontakt oder Provision
Zeit bis zur Sichtbarkeit kurz nach Freigabe der Anzeigen meist mehrere Monate kurz nach Anmeldung
Sichtbarkeit nach Ende der Zahlung endet sofort bleibt weitgehend bestehen Profil und Kontakte bleiben an die Plattform gebunden
Steuerung Suchbegriffe, Region, Zeiten, Budget Inhalte der eigenen Seiten und des Profils Filter des Portals
Wettbewerb um den Kunden andere Anzeigen und Suchtreffer daneben andere Suchtreffer daneben oft mehrere Betriebe pro Anfrage
Geeignet für schnelle Auslastung, saisonale Leistungen, neue Leistungen testen dauerhafte Nachfrage in der Region freie Kapazitäten kurzfristig füllen

Für die meisten Betriebe geht es nicht um ein striktes Entweder-oder. Eine gute Website und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil bilden die Grundlage, auf die auch Ihre Anzeigen verweisen. Anzeigen können zusätzliche Sichtbarkeit schaffen, solange Ihre unbezahlte Sichtbarkeit noch wächst. Welche Kosten bei Portalen anfallen, erfahren Sie im Ratgeber MyHammer, Check24 & Co..

Anzeigen für lokale Dienstleistungen

Neben den klassischen Suchanzeigen bietet Google auch die Anzeigen für lokale Dienstleistungen an. Bei diesem Format zahlen Sie nicht pro Klick, sondern für eine Kontaktaufnahme über die Anzeige. Es ist nur für bestimmte Branchen verfügbar und setzt eine Prüfung des Betriebs voraus. In der Kategorienliste von Google finden sich unter anderem Elektriker, Klempner, Maler und Dachdecker. Die Liste ist nicht nach Ländern aufgeschlüsselt. Ob Ihr Gewerk an Ihrem Standort teilnehmen kann, prüfen Sie über die Verfügbarkeitsprüfung auf der Google-Seite zu lokalen Dienstleistungen.

Praxisbeispiel

Ein fiktives Beispiel: Malermeister Lukas Ehlers führt einen Betrieb mit vier Mitarbeitenden in einer Mittelstadt. Im Frühjahr sind die Auftragsbücher für Innenarbeiten voll, für Fassadenarbeiten fehlen jedoch Aufträge. Er startet eine Suchkampagne ausschließlich für Fassadenanstriche. Das Tagesbudget beträgt 15 Euro, der Umkreis 25 Kilometer. Bei der Standortausrichtung wählt er die Option „Präsenz“.

In den ersten beiden Wochen zeigt der Bericht zu Suchbegriffen zahlreiche Klicks auf „Fassadenfarbe kaufen“ und „Fassade streichen selber“. Herr Ehlers schließt deshalb „kaufen“, „selber“, „Anleitung“ und „Baumarkt“ aus. Bislang führt die Anzeige auf die Startseite. Er lässt eine eigene Seite zum Thema „Fassadenanstrich“ erstellen, mit Fotos von drei Fassaden, Angaben zum Einsatzgebiet und einem kurzen Formular mit Foto-Upload. Das Anruf-Asset wird nur werktags zwischen 7 und 17 Uhr eingeblendet.

Nach zwei Monaten kann er nachvollziehen, welche Suchbegriffe Anfragen bringen und wie viel ihn eine Anfrage kostet. Sobald die Fassadensaison ausgebucht ist, pausiert er die Kampagne. Die Leistungsseite bleibt bestehen und kann künftig auch ohne bezahlte Werbung über die Suchergebnisse gefunden werden.

Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden

  • Standardeinstellungen übernehmen. „Weitgehend passend“, das gesamte Werbenetzwerk und „Präsenz oder Interesse“ können ein kleines Budget zu breit verteilen. Prüfen Sie jede Einstellung und wählen Sie bewusst aus.
  • Keine auszuschließenden Keywords. Ohne Ausschlüsse bezahlen Sie möglicherweise für Suchanfragen zu Jobs, Anleitungen oder Materialien.
  • Anzeige führt auf die Startseite. Jede Anzeigengruppe sollte auf eine Seite führen, die genau zur jeweiligen Suchanfrage passt.
  • Nichts wird gemessen. Ohne Conversions können Sie nur schwer beurteilen, welche Suchbegriffe sich tatsächlich lohnen.
  • Zu früh urteilen oder zu lange laufen lassen. Wenige Tage reichen in der Regel nicht für eine fundierte Bewertung. Wenn Sie Ihre Berichte dagegen über mehrere Monate nicht prüfen, kann unnötig Budget verloren gehen.
  • Erreichbarkeit vergessen. Eine Anzeige mit Telefonnummer bringt wenig, wenn niemand den Anruf entgegennimmt.
  • Mit Kosten pro Klick statt pro Auftrag rechnen. Ein günstiger Klick ohne Anfrage kann am Ende teurer sein als ein teurer Klick, aus dem ein Auftrag entsteht.

Werbung bei Google läuft nicht von selbst, ist aber auch kein Glücksspiel. Wenn Sie mit einem überschaubaren Budget beginnen, Ihre Anzeigen gezielt eingrenzen, Ergebnisse messen und regelmäßig nachjustieren, können Sie nach einigen Wochen beurteilen, ob sich die Google-Ads-Kosten für Ihren Betrieb rechnen. Eine Garantie für Anfragen oder Aufträge gibt es nicht.

Quellen

Das Wichtigste in Kürze

  • Sie zahlen meist pro Klick. Den tatsächlichen CPC bestimmt eine Auktion. Laut Google liegt er häufig unter dem maximalen CPC.
  • Das durchschnittliche Tagesbudget ist keine feste Tagesgrenze. An einzelnen Tagen sind bis zu doppelt so hohe Ausgaben möglich, über den Monat höchstens das 30,4-Fache.
  • Schalten Sie Anzeigen nur für Suchbegriffe mit konkreter Auftragsabsicht und in Ihrem tatsächlichen Einsatzgebiet. Wählen Sie die Standortoption „Präsenz“ und pflegen Sie auszuschließende Keywords.
  • Leiten Sie Interessenten auf eine passende Leistungsseite statt auf die Startseite. Erfassen Sie Anrufe und Anfragen als Conversions.
  • Google Ads verbessert Ihr Ranking in den normalen Suchergebnissen nicht. Die Anzeigen bringen Sichtbarkeit, solange Sie dafür bezahlen, und ergänzen eine gute Website sowie ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil.

Häufige Fragen

Kann ich Google Ads mit kleinem Budget erst einmal testen?

Ja, Sie können Ihr Budget selbst festlegen und das durchschnittliche Tagesbudget laut Google jederzeit und beliebig oft anpassen. Planen Sie für einen aussagekräftigen Test mehrere Wochen ein und beschränken Sie die Anzeigen auf wenige Leistungen und Ihr tatsächliches Einsatzgebiet. Bei einem sehr kleinen Budget und zu vielen Suchbegriffen sammeln Sie möglicherweise zu wenige Klicks, um verlässliche Schlüsse zu ziehen.

Zahle ich auch für versehentliche oder absichtlich wiederholte Klicks?

Nein, für Klicks, die Google als ungültige Klicks erkennt, müssen Sie nicht bezahlen. Dazu zählen laut Google beispielsweise der zweite Klick eines Doppelklicks und manuelle Klicks, mit denen jemand Ihre Werbekosten absichtlich erhöhen will. Google filtert solche Klicks automatisch heraus. Wie viele Klicks betroffen sind, sehen Sie in der Spalte „Ungültige Klicks“. Eine vollständige Erkennung lässt sich nicht garantieren. Bei Auffälligkeiten können Sie eine Prüfung beantragen.

Was ist der Unterschied zwischen maximalem und tatsächlichem Klickpreis?

Der maximale CPC ist Ihr Höchstgebot, während der tatsächliche CPC den Betrag bezeichnet, den Sie pro Klick bezahlen. In der Regel zahlen Sie nur so viel, wie erforderlich ist, um die Mindestschwelle für die Anzeige zu erreichen und den Werbetreibenden direkt unter Ihnen zu überbieten. Deshalb liegt der tatsächliche CPC laut Google häufig unter dem maximalen CPC. Bei automatischen Gebotsstrategien oder Gebotsanpassungen kann er auch höher ausfallen.

Was sind Anzeigen für lokale Dienstleistungen bei Google?

Anzeigen für lokale Dienstleistungen sind ein eigenes Google-Werbeformat, bei dem Sie pro Kundenkontakt statt pro Klick bezahlen. Laut Google zahlen Sie nur, wenn potenzielle Kunden über die Anzeige Kontakt mit Ihnen aufnehmen. Das Format ist nur für bestimmte Branchen verfügbar und setzt eine Prüfung Ihres Betriebs voraus. Ob Ihr Gewerk an Ihrem Standort zugelassen ist, können Sie über die Verfügbarkeitsprüfung auf der Google-Seite prüfen.

Erst die Seite, dann die Anzeige.

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